angespielt 032 – Mass Effect 3

Femshep an Loveinterest mit Beilagen (© masseffect.com)

Femshep an Loveinterest mit Beilagen (© masseffect.com)

Die Veröffentlichung dieses Podcasts (^1) wurde von der nahenden Apokalypse eingeholt: Electronic Arts/Bioware hat für den letzten Teil des Science-Fiction-Epos Mass Effect kostenlosen Zusatzinhalt angekündigt. Die Hölle friert zu.

Ob das neue, sehr umstrittene Ende von Mass Effect dann den Vorschlägen von Penny Arcade oder Nerf Now folgen wird, ist noch unbekannt. Bevor man an dieser Diskussion teilnehmen kann, muss man aber sowieso erst mal das eigentliche Spiel durchspielen, um einen Tiegel zu bauen.

Ob sich das lohnt, wie viel Zeit man sich dafür nehmen sollte und ob der dritte Teil ein würdiges Ende mit hochhausengroßenen Monster ist besprechen Dennis, Kristin, Hendrik und M. bei einer Konferenzschaltung durch die ganze Galaxie.

Play

^1: Die verspätete Veröffentlichung und skypologische Qualität habt ihr dieses Mal Dennis zu verdanken, der mir keine Aufzeichnung seiner wohlfeilen Stimme, sondern ein seltsames Kunstwerk (01:42:42 Stille) zukommen ließ.

Comments

  1. Christian says

    Oh. Hättest Du was gesagt, ich hatte zufällig einen illegal angefertigten Mitschnitt auf meiner Platte rumliegen…

    • says

      Die genaue Abfolge war: Ich habe meine Stimme und Skype aufgenommen und die anderen haben mir ihre Aufnahmen geschickt. Ich hatte die Tage keine Zeit das Teil zu schneiden und neu zusammenzuschieben…

      …und als es dann endlich so weit war, stellte sich heraus, dass Alex’ Aufzeichnung nur Stille enthält. Ist also immer noch besser als das illegale Bootleg. :)

      PS: Ich habe diesen Kommentar an den Brummschleifen-Anwalt weiter geleitet.

      • Christian says

        Ah, ok :-}

        Ich mache praktisch immer, wenn ich irgendwas live höre einen Mitschnitt, um mir ggf. nochmal die eine oder andere Stelle anzuhören, sollte ich gestört werden oder etwas nicht korrekt gehört haben.

        Und die Brummschleife kenne ich. Das war mal so ein Nicht-Podcast, der sendet aber schon lange nix mehr.

        Was erklärt, dass es da einen Anwalt gibt, schließlich will man ja noch in 150 Jahren von seiner Kreativität leben können!

  2. says

    Wir haben bei den wikigeeks ab 02:29:00 http://doycetesterman.com/index.php/2012/03/mass-effect-tolkein-and-your-bullshit-artistic-process/ auch ME3 besprochen – daher war dieser Podcast sehr interessant. In der Summe fand ich die beiden getroffenen Entscheidungen a) keine Spoilers bis zu einem gewissen Punkt und b) das Ende nur kurz in einer Aftershow zu setzen aber der Sache nicht wirklich dienlich: Hörer haben entweder 1 und 2 durchgespielt und sind entsprechend Fans, dann erwarten sie auch eine entsprechend breite Analyse, oder aber es sind Gelegenheitsspieler die ohnehin nicht mit einem Teil 3 einsteigen.
    Das Ende überschattet hier eben doch alles, und da kommt mir die Position der Kritiker mit “die wollen, dass sich alle Reaper in Vanilleeis auflösen” doch etwas sehr verkürzt. Das kreide ich derzeit auch den “professionellen” Spielejournalisten an.

    Die lautstarke Mehrheit der Kritiker fordert kein Happy End, sondern lediglich ein Ende, das den basalsten Grundbedürfnissen nach Logik und Konsistenz folgt. Ich habe hier mal die aktuellen Hauptkampflinien zusammengetragen:

    http://www.netzkost-bar.de/2012/03/mass-effekt-3-die-kontroverse/

    Insbesondere etwa die Ausführungen zum Herr der Ringe vergleich erreichen hier eine Analysetiefe, die für den Bereich der Computerspiele leider noch eher selten erreicht wird.

    Eine wirklich interessante Frage war bei Euch, ob es eigentlich “gelungene” Computerspielenden gibt. Mir fallen aber doch welche ein: Alan Wake fand ich wunderbar, ebenso das von Enslaved – in beiden kommt wenig Vanilleeis vor. 

    • says

      Gerade Alan Wake ist auch so ein Ende, von dem ich nur so semi-begeistert war, weil es mir zu klassisch daherkam. Aber auch hier hat der Spaß, den das ganze Spiel gemacht  hat, das maue Ende aufgewogen.

      Deine Zielgruppenanalyse teile ich übrigens überhaupt nicht und muss an dieser Stelle mal wieder auf den Namen des Podcasts verweisen. Hier treffen sich Leute, die ein Spiel bis zu einem gewissen Punkt gespielt haben, um darüber reden. Die inhaltliche Analyse ist dabei genauso breit, wie die Teilnehmer Lust drauf haben. 

      “Analysetiefe” deutet schon darauf hin, dass bei Dir das Reden/Reflektieren über das Spiel zum eigentlichen Zweck geworden ist. Hier sprechen Spieler. :)

      (Disclaimer: Ich will damit nicht sagen, dass es doof ist so etwas zu tun. Ich damit nur sagen, dass das hier nicht der Platz ist, wo man so etwas erwarten sollte – mit Ansage angespielt quasi.

      • says

        Na daddeln tue ich schon noch sehr unmittelbar, habe mich aber in meinem früheren Leben wissenschaftlich mit Game Studies beschäftigt – da schwappt dann schon was rüber.

        Ich finde den Diskurs derzeit hoch spannend, gerade weil es auch an die ewige Frage “können Computerspiele Kunst sein” rührt, sowie an die Frage ob der sich in diversen anderen Gesellschaftsbereich abzeichnende Kontrollverlust jetzt plötzlich auch die Computerspielindustrie erreicht (Stichwort: Kampagnenfähigkeit von gut vernetzten Fangruppen).

        Mit Fallout 3 hat es begonnen (m.E.: zu Recht um mal normativ zu werden, das Ende war auch #epicfail), nun ist ME3 dran, in welche Bahnen wird das noch laufen?

        Betroffen werden mittelfristig alle SpielerInnen sein, egal ob nur angespielt oder nicht :-)

    • André says

      Der Kritik würde ich mich anschließen. Ich bin ziemlich sicher, ginge es vorangig um ein Happy End, würden wir nicht diese Form des Protestes sehen.

      Die Vorwürfe, die Mass Effect 3 im Bezug auf das Ende gemacht werden, sind:

      * fehlender emotionaler Abschluss
      * logische Inkonsistenz
      * schlechtes Storytelling
      * gebrochene Versprechen

      Keiner davon impliziert als Alternative zwangsläufig ein Happy End.

      • says

        Also ganz ehrlich: Zeig mir einen Kommentar, der auf das Ende derart reflektiert eingeht, ich zeige dir fünf Ragetweets von Spielern, die einfach nur Schaum vor dem Mund haben oder sich darin gefallen, dass Ende auch doof zu finden.

        Der Großteil der Aufregung war eben doch Geheule. Davon ab, kann man sicherlich über das Ende diskutieren. Es war ja keineswegs so, dass wir ME3 zum Spiel mit dem besten Ende aller Zeiten™ gekürt haben.

        • André says

          Die Ragetweets hast du aber immer. Kritische und reflektierte Auseinandersetzung, wie sie sich vorallem in diversen sehr guten Analysen auf Youtube gezeigt hat, ist eher die Ausnahme. Insofern würde ich doch darauf bestehen, dass es bei der Kritik um mehr geht. Das Ende ist nicht einfach nur eine Enttäuschung, sondern es enttäuscht auf eine Weise, wie man es Bioware nicht zugetraut hätte, daher fühlen sich viele Spieler um ein richtiges Ende betrogen.

          Vor diesem Hintergrund erscheint die Erklärung es ginge eigentlich nur um das Ausbleiben eines Happy Ends ein wenig wie ein Strohmann-Argument. Es ist für sich genommen interessant, dass, wie Ralf Stockmann sagt, viele Spielejournalisten sich genau dieses Arguments bedienen.

          Ich würde aber zugestehen, dass die Tiefe der emotionalen Bindung, die man zu der Spielserie aufgebaut hat, entscheidend dazu beiträgt, wie hoch die Erwartungen waren und wie groß dementsprechend die Enttäuschung. Spielejournalisten sind da vielleicht grundsätzlich mehr Leid gewohnt, müssen ja auch den ganzen Mist spieltesten, und hängen ihr Herz auch nicht so sehr an eine Spielserie. Also passt das vielleicht schon alles zusammen.

          • says

            Naja, du stellst es jetzt so ein, als ob das eine “objektive Enttäuschung” ist. Hat aber meiner Meinung nach eher mit einer Erwartungshaltung zu tun, die die Spieler an den Tag legen.

            Da geistert ja derzeit auch viel zum Thema “Entitlement” durch das Netz. Was mich interessieren würde, sind zwei Sachen:

            1.) Wie hätte ein besseres Ende deiner Meinung nach ausgesehen?
            2.) Warum schaffen es die Spieler nicht, bei solchen Sachen wie Origin und 1st-Day-DLC mal so auf die Barrikaden zu gehen, wie für ein Ende einer Geschichte?

          • André says

            Da verstehst du mich falsch, die Basis für die Enttäuschung ist die vorher herrschende Erwartungshaltung und die ist klar subjektiv. Von Objektivität würde ich bei der Kritik zwar nicht sprechen, aber ich finde hier werden gute Argumente vorgebracht, die sich vorallem auf handwerkliche Aspekte beziehen. Deshalb sehe dahinter eben auch mehr als nur “Geheule”.zu 1.) Also da gibt es sehr viele gute Vorschläge. Um nur eine Sache heraus zu greifen: Die Handlungen von Shepards Crew am Ende sind im Wesentlichen unverständlich. Da einem aber genau diese Personen ans Herz gewachsen sind, wäre irgendeine Form von Reaktion auf das Ende ihrer entbehrungsreichen Reise  eine deutliche Verbesserung gegenüber dem jetztigen Ende.zu 2.) Origin und DLC sind eben vorallem ärgerliche Hindernisse, die einer Spielerfahrung im Weg stehen. Wenn man das Spiel genug will, arrangiert man sich damit. Aber wenn das Spiel selbst enttäuscht, tja, dann gibt es nichts, was das ausgleicht.

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